Eventstorming was?

Eventstorming wurde von dem Italiener Alberto Brandolino als Prozess-Analyse-Methode entwickelt, um Kundenanforderungen zu sammeln und für die Umsetzung in einem Software-Projekt aufzubereiten. Es ist eine spezielle Form des Brainstormings, bei dem die Ereignisse des Businessalltags im Fokus stehen. Als Handwerkszeug werden im Grunde nur Post-Its und Stifte benötigt. Und Platz zum modellieren.

Ziel einer Eventstorming-Session ist es, in der Gruppe so schnell und effizient wie möglich, alles Wichtige über das Geschäft oder einen bestimmten Geschäftsprozess zu erfahren. Dabei sind wir schon an einem entscheidenen Punkt: Es müssen die richtigen Leute versammelt werden. Dazu gehören Entscheider, Prozessverantwortliche und Mitarbeiter aus den einzelnen Teilbereichen des Unternehmens, genauso wie das Entwickler-Team, welches für die spätere Umsetzung verantwortlich ist.

Sind alle an Board, beginnen wir mit Ereignissen, den Events! Alle Beteiligten tragen ihr Wissen gemeinsam zusammen. Jeder schreibt die im Alltag auftretenden Ereignisse kurz und knapp auf ein Post-It und klebt den Zettel an die (hoffentlich) überdimensionierte Modellierungswand. Es kann gar nicht genug Platz geben. Da es keine Stühle und Tische gibt, darf sich auch jeder frei bewegen und sich beteiligen.

Eine Regel die es zu beachten gilt: Ereignisse werden in der Vergangenheitsform notiert! Es handelt sich bei Ereignissen um bereits eingetretende Fakten. So simpel, dass wirklich niemand eine Ausrede haben kann, nichts zur Modellierung des Geschäftsprozesses beizutragen.

Die Wand füllt sich mit Ereignissen. Die nächste Aufgabe besteht darin, alle Ereignisse in die richtige zeitliche Reihenfolge zu bringen und dabei Inkonsistenzen bezüglich der verwendeten Begriffe aufzulösen. Alle müssen wissen und verstehen, wofür die Ereignisse stehen. Hier werden ggf. schon erste „Grabenkämpfe“ zwischen den Beteiligten sichtbar. Und das ist gut so!

In solchen Situationen zeigt sich recht schnell, welche Schwierigkeiten sich im Alltag ergeben und wo die Optimierungspotentiale innerhalb des Prozesses liegen. Und genau darin liegt das enorme Potential von Eventstorming. Das Team erlebt förmlich, das nicht alles so zusammenpasst, wie es vielleicht ursprünglich mal gedacht war.

Die Wenigsten können alle Details und Zusammenhänge innerhalb eines Geschäftsprozesses wissen. Geschweige denn die bereichsübergreifenden Abhängigkeiten überblicken oder alle technischen Implementierungsdetails kennen. Die Visualisierung der Probleme an der großen Modellierungswand schafft Transparenz und sorgt für die Aha-Effekte bei allen Beteiligten. Das gilt gleichermaßen für die Fachexperten, als auch für uns als Entwickler.

Eventstorming

Eine Eventstorming-Session basiert aber nicht nur auf Ereignissen. Es werden auch die Auslöser der Ereignisse, externe Systeme, Entscheidungsgrundlagen und weitere Dinge modelliert, worauf wir hier nicht mäher eingehen wollen. An dieser Stelle wollen wir auf Introducing EventStorming oder Domain-Driven-Design kompakt verweisen. Zwei Bücher, die sehr verständlich den Modellierungsansatz mit Eventstorming beschreiben und uns sehr weitergeholfen haben.

Fazit

Eventstorming stellt Geschäftsvorfälle in den Mittelpunkt der Betrachtung und verwendet dabei immer die Sprache der Fachwelt. Datenstrukturen und Implementierungsdetails bleiben außen vor. Es entsteht in kürzester Zeit ein verständliches Modell der Wirklichkeit, welches die Probleme, Chancen, Optimierungspotentiale und Risiken aufzeigt.

Dabei ist die Methode sehr dynamisch und motiviert alle Beteiligten, gemeinsam den Business-Prozess zu erarbeiten. Anders als am Konferenztisch sitzt man sich nicht gegenüber und baut eine Rechtfertigungshaltung auf. Man steht gemeinsam vor der „Wand der Wahrheit“ und versucht alle Fragen im Konsens zu beantworten. Schneller und greifbarer kann man komplexe Sachverhalte nicht erarbeiten.

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